Weltbilder über das Weltall

 

 

 

a) Mythen der frühen Geschichte

 

      

Die frühe Geschichte über die Entstehung der Welt ist von Mythen und Sagen umwoben und Gestirne wie Elemente wurden Gottheiten zugeordnet. Im alten Ägypten, vor gut 4000 Jahren beispielsweise, gab es am Anfang nur den Ozean. Dann entstand Re, die Sonne, aus einem Ei, das an der Wasseroberfläche erschien. In anderen Versionen  erhob sich aus dem   Ozean  ein Hügel, auf dem eine Lotusblüte wuchs. Aus dieser erspross der Sonnengott Re, dessen Kinder, der Luftgott Schu und die Wassergöttin Tefnut die Atmosphäre bildeten. Sie zeugten Geb, den Erdgott, und Nut, die Himmelsgöttin. Der Luftgott Schu trennt  Geb und Nut, also Erde und Himmel, voneinander.

Bei den Griechen  gingen aus dem Chaos  Götter wie Gaia, die Erde, Uranos, der Himmel, oder Nyx, die Nacht,  hervor. Gaia ist die Urmutter  vieler weiterer Götter, z.B. der Titanen, und Kyklopen. Aus Gaia, der Erde, und Uranos, dem Himmel, geht Kronos, die Zeit, hervor. Kronos stürzt mit Hilfe Gaia’s Uranos vom Götterthron, d.h.  er trennt sozusagen, wie bei den Ägyptern zuvor, Himmel und Erde voneinander, sodass nach und nach die zeitliche Welt mit Göttern und Menschen entsteht.

 

 

Noch bei den Griechen um Christi Geburt bevölkerten Götter  den Sternenhimmel, obwohl es schon Thales von Milet (628-546 v. Chr.), gelang, eine Sonnenfinsternis vorauszusagen. Der Himmel wurde berechenbar, was den  Zweifel an den Göttern und deren Einfluss auf die physikalische Welt nährte.   Thales lehrte seine Schüler:

"... und aus ihnen entstehe die belebte, vernunftbegabte und kugelförmige Welt, die in der Mitte die Erde habe, die ebenfalls kugelförmig und rundum bewohnt sei. Es gibt auch Gegenfüßler, denen das Oben das ist, was uns unten ist."

In der Folge entwickelte der Grieche Eudoxus von Knidos (408-355 v. Chr.)  einen Globus mit einem Gradnetz  und bestimmte den Erdumfang auf 10% genau. Und Erathostenes aus Kyrene (276-196 v. Chr.) berechnete den wirklichen Umfang sogar auf 32 km genau!

 

aa) Aristoteles

 

Bei Aristoteles, dem griechischen Philosophen (384-322 v. Chr.) kreisten Sonne, Planeten, Mond und Sterne in einem endlichen Weltall um die Erde und diese hatte die Form einer Kugel. Aristoteles gab in seiner Schrift "Über die Himmel"  folgende Gründe für die Kugelgestalt der Erde an:

  • Sämtliche schweren Körper streben zum Mittelpunkt des Alls. Da sie dies von allen Seiten her gleichmäßig tun und die Erde im Mittelpunkt des Alls steht, muss sie eine kugelrunde Gestalt annehmen.

  • Bei von der Küste wegfahrenden Schiffen wird der Rumpf vor den Segeln der Sicht verborgen.

  • In südlichen Ländern erscheinen südliche Sternbilder höher über dem Horizont.

  • Der Erdschatten bei einer Mondfinsternis ist stets rund.

 Er teilte den Kosmos in Bereiche "unterhalb des Mondes" und Bereiche "oberhalb des Mondes" ein. Dinge unter dem Mond sind dem Werden und Vergehen unterworfen; oberhalb des Mondes ist alles stets gewesen und unzerstörbar. Die Sphären oberhalb des Mondes bestanden aus unsichtbarem Kristall, an dem die Himmelskörper fest angebracht waren. Nicht also die Himmelskörper bewegten sich, sondern diese Kugelschalen.

Aristoteles teilte die Stoffe, aus denen alles unterhalb des Mondes bestehe, in die vier grundlegenden Elemente auf: Feuer, Luft, Wasser und Erde. Da Luft leichter ist als Wasser, befindet sich das Wasser auf der Erde und die Luft im Himmel. Alles hat seinen natürlichen Ort, wo es hingehört. So muss das, was die Kugelschalen oberhalb des Mondes bewegte, leichter sein als Luft, und dies war als fünftes Element der Äther, der Stoff der Himmelssphären (und der Himmelskörper), den Aristoteles als reinen Bewegungsstoff in kreisförmiger Bewegung erschließt. Alle Bewegungen im Kosmos werden vom "göttlichen Erstbeweger" nur einmal angestoßen und bewegen sich dann für immer und ewig.

 

Einen wesentlichen philosophischen Beitrag erbrachte Aristoteles mit seinem neuen Begriff der Kausalität. Seiner Überlegung entsprechend gibt es für jedes Ding oder Ereignis mehr als einen „Grund”, der erläutert, was, warum und wo etwas existiert. (Frühere griechische Denker neigten eher zu der Annahme, dass bloß eine einzige Ursache für eine tatsächliche Erklärung aufschlussreich sei. Aristoteles empfiehlt vier).
Die vier Ursachen sind: die materielle Ursache, der Stoff, aus welchem ein Ding gefertigt wird; die Wirkursache, die Quelle für Bewegung, Entstehung oder Veränderung; die formale Ursache, die Form, Art oder Typus angibt; und die Zweckursache, das Ziel, z. B. die volle Entwicklung eines Individuums oder die geplante Funktion eines Gebäudes bzw. einer Erfindung. So z. B. besteht ein junger Löwe aus Gewebe und Organen, seine materielle Ursache; die Wirkursache sind seine Eltern, die ihn zeugten; die formale Ursache wird von der Gattung des Löwen bestimmt und die Zweckursache besteht in seinem angelegten Drang, sich zu einem erwachsenen Löwen zu entwickeln. In unterschiedlichen Zusammenhängen werden die vier gleich bleibenden Ursachen analog angewendet. Somit ist die materielle Ursache einer Statue der Marmor, aus dem sie gehauen wurde, die Wirkursache ist der Bildhauer, die formale Ursache ist die vom Bildhauer erzielte Gestalt (z.B. Hermes oder Aphrodite) und die Zweckursache besteht in ihrer Funktion, ein Werk der schönen Künste darzustellen.

In der Logik entwickelte Aristoteles Regeln für Denkketten, die von bestimmten Voraussetzungen ausgehend immer zu richtigen Schlüssen führen würden (Gültigkeitsregeln). Er unterscheidet zwischen Dialektik und Analytik. Für ihn werden anhand der Dialektik bloß die Behauptungen auf ihre logische Folgerichtigkeit hin überprüft. Die Analytik geht von Prinzipien aus, die auf Erfahrungen und genauer Beobachtung beruhen.



 
                                 b) Das Weltbild der Bibel

 

                             Die Sphären des Himmels mit dem Schöpfergott und der Erde darunter

 

 Die ersten Kirchenväter hielten nicht viel vom "gesunden Menschenverstand" des Aristoteles, und seiner Behauptung, dass es Zeit und Bewegung schon immer gegeben habe. Außerdem fehlte ihnen in  den Lehren des Aristoteles,  der Schöpfergott der Bibel. So ersetzte die Kirche den „Äther“  durch den Gott des Alten Testamentes, der alles erschuf und bewegte.
Im Gegensatz zu Schöpfungsvorstellungen der Umwelt Israels, nach denen die Elemente des Kosmos Gottheiten sind und durch göttliche Zeugungen entstanden, lehrt hier die priesterliche Tradition Israels, dass alle Dinge, Pflanzen, Tiere und der Mensch durch Gottes Wort entstanden sind. Dabei setzt sie die antike Weltsicht voraus, stellt die Bewegungen und Veränderungen am gestirnten Himmel und auf der Erde so dar, wie sie sich dem Augenschein zeigen, und setzt voraus, dass Gott, von dem Israel die Siebentagewoche mit dem Sabbat als Ruhetag im Bundesgesetz erhielt, auch selbst sich bei der Erschaffung der Welt an das Schema der Siebentagewoche gehalten hatte. Durch die Erschaffung des Menschen nach Gottes Ebenbild, das letzte Schöpfungswerk am 6. Tag, wird der Mensch als "Ebenbild Gottes" und "Herr über die Schöpfung" herausgehoben.
Gott selbst wohnt außerhalb des Himmelgewölbes, das sich über der Erde auftat, sein Gegenspieler, der Satan, wohnt  unter  der  Erde. Auf  der  Erde,  welche  die  Kirche  als eine   Scheibe sah (Jesaja 40:22 - Kreis der Erde-; Jeremia 16:19 - der Welt Enden-;) wohnen aber die Menschen, die seit Augustinus (354-430) gezwungen waren, erst zu glauben, den Glauben nicht in Frage zu stellen und dann zu versuchen, alles andere zu erkennen. Abweichende Meinungen wurden verketzert, verfolgt und ausgelöscht. Auch die bestehende Gesellschaftsordnung war von Gott gegeben, ein geschlossenes, unveränderbares System.

 

Die Erd-Scheibe schwimmt in der Bibel  im Wasser, bzw. ist später auf Pfeilern oder Grundfesten gegründet. (Nach dem Weltbild seiner Zeit stellt sich der biblische Verfasser der Schöpfungsgeschichte das Firmament als eine Halbkugel aus festem Stoff vor, die das Chaoswasser so teilt, dass über ihr und unter ihr Wasser ist, wobei vom oberen Wasser durch Öffnungen im Firmament der Regen herabströmt).

 

Die Erde als Scheibe mit dem Himmelsgewölbe

 

Teilweise hat die Erdscheibe in der Bibel 4 Ecken, bzw. Enden (Offenbarung 7:1). Der Himmel darüber war in mehrere Etagen eingeteilt. Von den alten Göttern abgeleitet gab es mythologische Vorstellungen von Himmelsleitern auf denen die Engel (Götter) herabkamen um sich mit den Menschen einzulassen.  Der Schöpfungsakt ( und innerhalb dessen die Schöpfung des Menschen) fand ca. 3000-4000 Jahre v. Chr. statt. (Nach dem jüdischen Kalender genau am 7. Okt.  3761 v. Chr.,* nach James Ussher, dem Erzbischof von Armagh in Irland (1581-1656), am Sonntag, dem 23. Oktober 4004 v. Chr. um 09.00 Uhr.**) 

*Im jüdischen Kalender befinden wir uns momentan (Anfang 2016) im Jahr 5776. Neujahr (Rosch Haschana) ist als beweglicher Tag im Sept./Okt. Der Kalender beginnt mit der Genesis, der Tag wurde zurückgerechnet. (Am 7. Tage ruhte Gott).

**Ussher berechnete das Schöpfungsdatum aus den Chronologien verschiedener Bibeltexte und hinterließ es der Nachwelt in seinem Werk "Annales veteris testamenti von 1650. Von den meisten Kreationisten (besonders stark in den USA vertreten) wird dieses Datum als "korrekt" akzeptiert.

 

In der zweiten biblischen Schöpfungsdarstellung, liegt der Schwerpunkt auf der Erschaffung des Menschen und seiner Lebensordnung (Ehe, Familie, mitmenschliche Gemeinschaft). Der Mensch scheint hier noch vor den Pflanzen und Tieren erschaffen zu sein und wird auf diese Weise als Haupt der Schöpfung herausgehoben. Alles ist von Gott erschaffen; der Mensch ist nicht das Produkt der Natur, sondern der von Gott in die Welt gesetzte Partner Gottes; der Mensch ist auf Gemeinschaft hin erschaffen; der Mensch hat als Ebenbild Gottes Anteil an der Herrschaft Gottes über die Welt.
So stand der Mensch Dank seiner Priesterkaste als Mittler,  in einer direkten Kommunikation mit einem persönlichen Gott. Die Erde wurde dem Menschen zur "Besitznahme" überlassen mit der Legalisierung der "Macht" über die anderen Lebewesen dank der Zusicherung ein Wesen zu sein, welches seinem Schöpfer ähnlich ist. 

Auf diese Weise entstanden nach und nach Umweltverschmutzung, Ausbeutung der natürlichen Ressourcen dieser Erde, Massentierhaltung und der Wahn, Andersdenkende ausrotten zu können.

 

Einschub: Friedrich Nietzsche

"- Hat man eigentlich die berühmte Geschichte verstanden, die am Anfang der Bibel steht, - von der Höllenangst Gottes vor der Wissenschaft? ... Man hat sie nicht verstanden. Dies Priesterbuch par excellence beginnt, wie billig, mit der großen inneren Schwierigkeit des Priesters: Er hat nur eine große Gefahr, folglich hat "Gott" nur Eine große Gefahr. -
Der alte Gott, ganz "Geist", ganz Hoherpriester, ganz Vollkommenheit, lustwandelt in seinem Garten: nur dass er sich langweilt. Gegen die Langeweile kämpfen Götter selbst vergebens. Was tut er? Er erfindet den Menschen, - der Mensch ist unterhaltend ... Aber siehe da, auch der Mensch langweilt sich. Das Erbarmen Gottes mit der einzigen Not, die alle Paradiese an sich haben, kennt keine Grenzen: er schuf alsbald noch andre Tiere. Erster Fehlgriff Gottes: der Mensch fand die Tiere nicht unterhaltend, - er herrschte über sie, er wollte nicht einmal "Tier" sein. - Folglich schuf Gott das Weib. Und in der Tat, mit der Langenweile hatte es nun ein Ende, - aber auch mit anderem noch! Das Weib war der zweite Fehlgriff Gottes. - "Das Weib ist seinem Wesen nach Schlange, Heva" (Eva) - das weiß jeder Priester; "vom Weib kommt jedes Unheil in der Welt" - das weiß ebenfalls jeder Priester. "Folglich kommt von ihm auch die Wissenschaft" ... Erst durch das Weib lernte der Mensch vom Baume der Erkenntnis kosten. - Was war geschehen? Den alten Gott ergriff eine Höllenangst. Der Mensch selbst war sein größter Fehlgriff geworden, er hatte sich einen Rivalen geschaffen, die Wissenschaft macht gottgleich, - es ist mit Priestern und Göttern zu Ende, wenn der Mensch wissenschaftlich wird! - Moral: die Wissenschaft ist das Verbotene an sich, - sie allein ist verboten. Die Wissenschaft ist die erste Sünde, der Keim aller Sünde, die Erbsünde. Dies allein ist Moral. - "Du sollst nicht erkennen": - der Rest folgt daraus. - Die Höllenangst Gottes verhinderte ihn nicht, klug zu sein. Wie wehrt man sich gegen die Wissenschaft? das wurde für lange sein Hauptproblem. Antwort: fort mit dem Menschen aus dem Paradiese! Das Glück, der Müßiggang bringt auf Gedanken, - alle Gedanken sind schlechte Gedanken ... Der Mensch soll nicht denken. - Und der "Priester an sich" erfindet die Not, den Tod, die Lebensgefahr der Schwangerschaft, jede Art von Elend, Alter, Mühsal, die Krankheit vor allem, - lauter Mittel im Kampfe mit der Wissenschaft! Die Not erlaubt dem Menschen nicht, zu denken ... Und trotzdem! entsetzlich! Das Werk der Erkenntnis türmt sich auf, himmelstürmend, Götter - andämmernd, - was tun! - Der alte Gott erfindet den Krieg, er trennt die Völker, er macht, dass die Menschen sich gegenseitig vernichten (- die Priester haben immer den Krieg nötig gehabt ...). Der Krieg - unter anderem ein großer Störenfried der Wissenschaft! - Unglaublich! Die Erkenntnis, die Emanzipation vom Priester, nimmt selbst trotz Kriegen zu. - Und ein letzter Entschluss kommt dem alten Gotte: "der Mensch ward wissenschaftlich, - es hilft nichts, man muss ihn ersäufen!" ...

Man hat mich verstanden. Der Anfang der Bibel enthält die ganze Psychologie des Priesters. - Der Priester kennt nur Eine große Gefahr: das ist die Wissenschaft, - der gesunde Begriff von Ursache und Wirkung. Aber die Wissenschaft gedeiht im ganzen nur unter glücklichen Verhältnissen, - man muss Zeit, man muss Geist überflüssig haben, um zu "erkennen" ... "Folglich muss man den Menschen unglücklich machen", - dies war zu jeder Zeit die Logik des Priesters. - Man errät bereits, was, dieser Logik gemäß, damit erst in die Welt gekommen ist: - die "Sünde" ... Der Schuld- und Strafbegriff, die ganze "sittliche Weltordnung" ist erfunden gegen die Wissenschaft, - gegen die Ablösung des Menschen vom Priester ... Der Mensch soll nicht hinaus-, er soll in sich hineinsehen; er soll nicht klug und vorsichtig, als Lernender, in die Dinge sehn, er soll überhaupt gar nicht sehn: er soll leiden ... Und er soll so leiden, dass er jederzeit den Priester nötig hat. - Weg mit den Ärzten! Man hat einen Heiland nötig. - Der Schuld- und Straf-Begriff, eingerechnet die Lehre von der "Gnade", von der "Erlösung", von der "Vergebung" - Lügen durch und durch und ohne jede psychologische Realität - sind erfunden, um den Ursachen-Sinn des Menschen zu zerstören: sie sind das Attentat gegen den Begriff Ursache und Wirkung!  ... Wenn die natürlichen Folgen einer Tat nicht mehr "natürlich" sind, sondern durch Begriffs-Gespenster des Aberglaubens, durch "Gott", durch "Geister", durch "Seelen" bewirkt gedacht werden, als bloß "moralische" Konsequenzen, als Lohn, Strafe, Wink, Erziehungsmittel, so ist die Voraussetzung zur Erkenntnis zerstört, - so hat man das größte Verbrechen an der Menschheit begangen. - Die Sünde, nochmals gesagt, diese Selbstschändungs-Form des Menschen par excellence, ist erfunden, um Wissenschaft, um Kultur, um jede Erhöhung und Vornehmheit des Menschen unmöglich zu machen; der Priester herrscht durch die Erfindung der Sünde.
(Friedrich Nietzsche, "Der Antichrist")

 

 

c) Das Weltbild des Mittelalters und der Renaissance

Ptolemäisches Weltbild. Geozentrisches Weltbild.

 

 

Auch für den griechischen Astronomen Claudius Ptolemäus,   (um ca. 70 - 147 n. Chr.),   war die Erde Mittelpunkt des Sonnensystems. Seiner Theorie zufolge ruht die Erde im Zentrum des Universums, das aus einzelnen konzentrischen Kugeln oder Sphären besteht, auf denen sich die Himmelskörper bewegen (siehe auch bei Aristoteles). Der Erde am nächsten ist der Mond. Weiter nach außen folgen – nahezu auf einer Ebene  – Merkur, Venus und die Sonne. Es schließen sich Mars, Jupiter und Saturn an. Um dieses System kreisen all die anderen Sterne in einer Fixsternsphäre in Sternbildern, wie sie schon aus dem antiken Griechenland bekannt waren.

Später ergänzten die Astronomen dieses System um eine neunte Sphäre, deren Bewegung vermutlich das Vorrücken der Tagundnachtgleichen erklärte. Eine weitere, die zehnte Sphäre spielt eine besondere Vermittlungsrolle zwischen der Unbewegtheit Gottes und den sich bewegenden Sphären. Sie galt als das "erste Bewegbare" (primum mobile) und man schrieb ihr eine ununterbrochene, schnellste Bewegung zu, die über weitere Vermittlungsinstanzen wie Engel, Geister und Intelligenzen an die niederen Sphären mitgeteilt wurde. Dahinter dann vermutete man das Reich Gottes, das Empireum.

Ptolemäus war in erster Linie Astronom und Mathematiker, daneben aber auch als Schüler des Valentinus christlicher, dem Platonismus nahe stehender  Gnostiker. Bemerkenswert ist seine Annahme eines doppelten leitenden Prinzips in der menschlichen Seele, eines solchen für das Leben überhaupt, dessen Sitz nach stoischer Lehre im Herzen angenommen wird, und eines Prinzips für das gute Leben, das er mit den Platonikern im Gehirn lokalisiert. Sein astronomisches Weltbild konnte in das der Kirche eingepasst werden:

Und so beherrschte bis ins 16. Jahrhundert das von Ptolemäus adaptierte astronomische Weltbild der Kirche mit der Erde als  Mittelpunkt des kosmischen Geschehens und geistesgeschichtlich  bis ins 13. Jahrhundert der wörtliche Glauben an die "Heilige Schrift", wie er von Augustinus geprägt wurde,  die abendländische Menschheit, bis es dann Thomas von Aquin unternahm, das auf Erkenntnis und Vernunft gegründete Weltsystem des Aristoteles in das christliche Weltbild zu integrieren. ("Veritas est adaequatio rei et intellectus". - "Wahrheit ist die Übereinstimmung von Ding und Intellekt".) Er ergänzte die Gebote der Bergpredigt mit der Ethik des Heiden Aristoteles, und das war die Geburtsstunde der Scholastik und eines immer mehr rationalisierten Glaubenssystems, welches sich aber erst im 18. Jh. vom Fundamentalglauben löste und sich heute für die christlichen Kirchen als verhängnisvoll erweist. (Die erste Folge ist die Aufspaltung in ca. 330 Konfessionen und Sekten, die zweite eine bereits zu Beginn des Mittelalters erfolgte zunehmende Entfremdung vom erfahrbaren Seinsgrund, der eigentlichen religiösen Erfahrung).

Thomas von Aquin, das soll nicht unerwähnt bleiben, kombinierte nicht nur das biblische Weltbild mit den Lehren des Aristoteles, sondern auch den "Teufelspakt" mit dem Aberglauben an "Schaden bringende Weiber" und wurde somit einer der geistigen Wegbereiter für die mittelalterlichen Hexenverfolgungen, die bis 1782 ca. 100.000 Todesopfer forderten. Hier einige seiner markanten Aussagen über die Frauen:

 "Ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen, ein weiblicher nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde."
 
"Das Weib verhält sich zum Mann wie das Unvollkommene und Defekte (imperfectum, deficiens) zum Vollkommenen (perfectum)."
 
"Die Frau ist ein Missgriff der Natur... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuss und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger... eine Art verstümmelter, verfehlter, misslungener Mann... die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann."

"Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen".

(Thomas von Aquin, Kirchenlehrer und Patron der katholischen Hochschulen)
 

 

 

Heliozentrisches Weltbild.

 

 

Kopernikus               Brahe                        Kepler                        Galilei

 

Bereits in der Antike wurde die These vertreten, dass die Sonne (helios - die Sonne) den Mittelpunkt des Weltalls darstellt. Seit der Renaissance setzte sich dann allmählich das heliozentrische Weltbild (Nikolaus Kopernikus 1473-1543 (Planetenbewegungen sind von denen der Sonne und des Mondes unterschiedlich, die Sonne steht im Mittelpunkt), Tycho Brahe 1564-1601 (Kompromiss zwischen geozentrischem und heliozentrischem Weltbild, exakte Bahnberechnungen der Planeten), Johannes Kepler 1571-1630 (elliptische Bahnen der Planeten), Galileo Galilei 1564 – 1642 (entdeckte 4 Jupitermonde, die sich um diesen und nicht um die Erde drehten, bestätigt die Beobachtungen v. Kopernikus) gegen den teils erbitterten Widerstand der Kirche durch. Damit geschah zwar eine neue Deutung unseres Planetensystems, für den Rest des Weltalls und die Stellung des Menschen auf der Erde änderte sich jedoch nicht viel.

 

d) Das moderne (azentrische) Weltbild

 

Isaak Newton (1624-1727) erklärte, warum  die Himmelskörper am Himmel ihre Bahnen ziehen, wenn sie nicht fest in Kristallschalen hängen. Er fand die Theorie vom Trägheitsprinzip der Körper, ihre Beziehung von Masse und Beschleunigung zur einwirkenden Kraft, die Theorie der Gravitation. (Die Trägheit der Materie bewirkt, dass jeder Körper von seinem Zustande der Ruhe oder der gleichförmigen Bewegung nur schwer abgebracht wird, weshalb auch diese der Materie eigentümliche Kraft mit dem sehr bezeichnenden Namen: Kraft der Trägheit belegt werden könnte).
Mit den unsichtbaren Kräften der Gravitation, konnte man nun die Himmelsmechanik fast erklären, bis auf die offenen Fragen, wie diese Kräfte durch das Vakuum im Weltraum wirken, und warum sich z.B. der Merkur, wie auch andere, dicht an der Sonne stehende Himmelskörper, nicht nach den Gesetzen der Mechanik bewegen.

Newton ging in seiner Mechanik von einer absoluten Zeit aus: "Die absolute, wahre und mathematische Zeit verfließt an sich und vermöge ihrer Natur gleichförmig und ohne Beziehung auf irgend einen äußeren Gegenstand" schrieb er.

            

Albert Einstein (1879-1955) entwickelte 1905 zunächst seine Spezielle Relativitätstheorie. Sie  ist eine physikalische Theorie über Raum und Zeit, die insbesondere für die Kinematik und Dynamik von Objekten Konsequenzen hat, deren Geschwindigkeit gegenüber der Lichtgeschwindigkeit nicht vernachlässigt werden kann. Sie beschreibt das Verhalten von Raum und Zeit aus der Sicht von verschiedenen Beobachtern, die sich relativ zueinander bewegen, und die damit verbundenen Phänomene und besteht aus zwei Annahmen:

- Alle physikalischen Gesetzte bleiben in allen gleichförmig  bewegten Systemen gleich.  Physikalische Werte und Verhältnisse haben nur im Verhältnis zu dem jeweiligen Bezugssystem Gültigkeit. (Relativitätsprinzip).

-   Die Lichtgeschwindigkeit ist immer gleich groß, ganz unabhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit sich ein Beobachter bewegt. (Konstanz der Lichtgeschwindigkeit).

Zur Auflösung des obigen scheinbaren Paradoxons müssen intuitive Vorstellungen von einem absoluten Raum und einer absoluten Zeit aufgegeben werden: Raum- und Zeitangaben sind in der Relativitätstheorie keine universell gültigen Ordnungsstrukturen, sondern werden als der räumliche und zeitliche Abstand zweier Ereignisse angesehen, und damit wird auch ihre Gleichzeitigkeit von Beobachtern mit verschiedenen Bewegungszuständen unterschiedlich beurteilt. Die Frage, wer die Situation korrekt beschreibt, ist prinzipiell nicht zu beantworten und daher sinnlos. Bewegte Objekte erweisen sich im Vergleich zum Ruhezustand in Bewegungsrichtung als verkürzt, und bewegte Uhren als verlangsamt. (Längenkontraktion und Zeitdilatation).

1915 folgte seine Theorie, mit der sich auch solche Dinge wie die eigentümliche Bahn des Merkurs erklären ließen:  Die Masse (Gravitation) der Sonne und deren Veränderung  der vierdimensionalen Raumzeit  bestimmen die Bewegung und die  Umlaufbahnen der Planeten um die Sonne: Die allgemeine Relativitätstheorie.

(Der Merkur befindet sich nicht an dem Ort, an welchem wir ihn sehen, sondern kann durchaus gerade hinter der Sonne stehen, da das Licht  so durch die Schwerkraft der Sonne gebogen wird, dass wir  sozusagen um die Ecke schauen). Die allgemeine Relativitätstheorie beschreibt demnach die Wechselwirkung zwischen Raum und Zeit einerseits und Materie (inklusive Feldern) andererseits. In ihrer Kernaussage führt sie die Gravitation auf ein geometrisches Phänomen in einer gekrümmten 4-dimensionalen Raumzeit zurück. Die allgemeine Relativitätstheorie stellt eine Erweiterung seiner speziellen Relativitätstheorie dar und geht für hinreichend kleine Gebiete der Raumzeit in diese über.

Eine Formel als Ergebnis seiner speziellen Relativitätstheorie, die Energie- Masse- Äquivalenz  

 E = m x c2

machte ihn weltberühmt. Einem System mit der Masse m lässt sich auch im unbewegten Zustand eine Energie E zuordnen wobei c die Geschwindigkeit des Lichtes ist. Oft wird irreführend behauptet, sie habe die Entwicklung der Atombombe ermöglicht. Richtig ist, dass damit der Mechanismus der Atombombe nicht erklärt werden kann. Allerdings konnte mit dieser Formel und den schon bekannten Massen der Atome die enorme Freisetzung von Energie bei der Kernspaltung berechnet werden und war damit auch Grundlage für die Berechnung der Energieerzeugung in Sternen.

 

Eine weitere Hauptsäule der modernen Physik ist die Quantenmechanik. Sie ist eine physikalische Theorie, die das Verhalten der Materie im Mikrokosmos, im mikroskopischen, im atomaren und subatomaren Bereich beschreibt und bildet die Grundlage für viele ihrer Teilgebiete, so z.B. für die Atomphysik, die Festkörperphysik und die Kern- und Elementarteilchenphysik aber auch für verwandte Wissenschaften wie die Quantenchemie. Begründer der Quantenmechanik waren Werner Heisenberg und Erwin Schrödinger, weitere wichtige Beiträge wurden unter anderem von Max Born, Wolfgang Pauli, Niels Bohr, Paul Dirac und John von Neumann geleistet. Die wesentlichen Konzepte der Quantenmechanik wurden in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erarbeitet, nachdem das Versagen der klassischen Theorien (klassische Mechanik und Elektrodynamik) und die Schwachpunkte der Vorgängertheorien bei der Beschreibung mikroskopischer Systeme erkennbar geworden waren. Durch die Entwicklung der Quantenmechanik hat sich unser Verständnis von der Struktur der Materie und ihrer Wechselwirkungen revolutionär verändert. Mit ihrer Hilfe konnten zahlreiche Phänomene erklärt und neue vorhergesagt werden, die sich der anschaulichen Vorstellung entziehen. Die betreffenden Phänomene lassen sich jedoch mathematisch präzise beschreiben und konnten experimentell sehr genau bestätigt werden. Hinsichtlich ihres empirischen Erfolges gilt die Quantenmechanik als eine der am besten gesicherten physikalischen Theorien überhaupt, seit ihrer Formulierung vor inzwischen einem Jahrhundert konnte die Quantenmechanik bis heute experimentell nicht falsifiziert werden. Die meisten Physiker gehen davon aus, dass sie unter „fast“ allen Umständen eine korrekte Beschreibung der physikalischen Eigenschaften von Energie und Materie ermöglicht. Dennoch weist die Quantenmechanik verschiedene konzeptionelle Schwachpunkte und Lücken auf, darunter insbesondere die fehlende Quantentheorie der Gravitation sowie die bis heute nicht abgeschlossene Diskussion bezüglich der Interpretation der Quantenmechanik. "Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass niemand Quantenmechanik versteht. (I think it is safe to say that no one understands quantum mechanics." Richard Feynman, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger des Jahres 1965). Eine Verbindung der Quantenmechanik mit der Gravitation in der Allgemeinen Relativitätstheorie (zur sog. Quantengravitation) ist bis heute nicht gelungen. Die einzige bekannte Situation, bei der die Quantenmechanik möglicherweise an ihre Grenzen stößt, liegt vor, wenn die Effekte der Gravitation eine relevante Rolle spielen. Dies ist vermutlich in der Nähe von schwarzen Löchern der Fall, oder bei Betrachtungen des Universums als Ganzes. So lässt sich auf Basis der Quantenmechanik und der Allgemeinen Relativitätstheorie nicht vorhersagen, was mit einem Partikel geschieht, welches die Singularität eines schwarzen Loches erreicht. Wird es tatsächlich - wie es die Allgemeine Relativitätstheorie vorhersagt - in einen Zustand unendlicher Dichte gequetscht? Die Quantenmechanik sagt dagegen voraus, dass das Partikel - analog zu dem Elektron des Wasserstoffatoms - eine Unsicherheit in der Position behält, sodass es die Singularität nicht erreichen und damit dem Kollaps in einen Zustand unendlicher Dichte entkommen kann. Man nimmt daher an, dass sich die zwei wichtigsten Errungenschaften der Physik des 20. Jahrhunderts, die Theorie der Quantenmechanik und die Allgemeine Relativitätstheorie, widersprechen. Die Suche nach einer Auflösung dieses Widerspruchs ist Gegenstand aktueller Forschung.

Mit der Atomphysik konnte man die Entstehung der Sonnenenergie   erklären, und damit wurden die Götter endgültig vom Himmel verbannt. Im 19. Jahrhundert entdeckte man 2 weitere Planeten UranusNeptun, 1930 dann  Pluto als 9.und im Sommer 2005 den vermeintlich 10. Planeten mit der wissenschaftlichen Bezeichnung 2003 UB313 und dem vorläufigen Namen «Xena». (Der Wärmeabstrahlung zufolge liegt der Durchmesser von «Xena» bei 3000 Kilometern, rund 700 km im Durchmesser größer als Pluto. Zum Vergleich: Der Mond der Erde hat einen Durchmesser von 3500 Kilometern).
«Xena» wurde im Januar 2005 von einem Team um den US-Astronomen Mike Brown vom California Institute of Technology entdeckt. Die Forscher verwendeten eine große Digitalkamera am Samuel-Oschin-Teleskop des Palomar-Instituts. Die Distanz zwischen «Xena» und der Erde liegt bei etwa 14,5 Milliarden Kilometer. Die Umlaufbahn des (angenommenen) zehnten Planeten ist an ihrem weitesten Punkt drei Mal so weit von der Sonne entfernt wie die des Pluto mit 6 Mia. km. Eine Sonnenumkreisung, also ein «Jahr» auf «Xena», entspricht 560 Erdenjahren. Der Streit um den Planetenstatus von Xena machte eine Neudefinition der Planeten erforderlich, welche am 24. August 2006 vom Plenum der IAU-Vollversammlung (Internationale Astronomische Union) getroffen wurde: Planeten unseres Sonnensystems sind Himmelskörper, welche die Sonne umkreisen, genug Masse haben, damit ihre eigene Schwerkraft sie zu annähernd kugelförmiger Gestalt zusammenpresst, und ihre kosmische Nachbarschaft von anderen Objekten frei geräumt haben. Da letzteres auf Pluto und Xena nicht zutrifft (sie bewegen sich im Kuiper-Gürtel mit zahlreichen anderen Himmelskörpern) erhalten sie den Planetenstatus nicht (Xena), bzw. aberkannt (Pluto) und somit haben wir ab sofort nur noch 8 Planeten. Pluto und Xena werden, zusammen mit Ceres der Gruppe der "Zwergplaneten" zugeordnet.
 

 

Von http://map.gsfc.nasa.gov/index.html

 

Bis heute wurden zu den Monden des Galileo und unserem Mond noch mehr als 130 Monde entdeckt. (Jupiter 61, Saturn 31, Uranus 21, Neptun 13, Mars 2, Erde 1, Pluto 5, Xena 1).

 

             Jupiter

Insgesamt hat unser Sonnensystem 16 große Monde, mit einem Durchmesser von über 1.000 km. 8 Planeten also, darunter die Erde, kreisen auf einer Ebene und auf mehr oder weniger elliptischen Bahnen, zusammen mit ihren Satelliten (Monden) und Asteroiden in einer Richtung um die Sonne. Dabei rotiert ein Mensch auf der Erdoberfläche mit ca. 250 Metern in der Sekunde um die Erdachse, kreist die Erde mit mehr als 100000 km/h um die Sonne und unser Sonnensystem mit 800000 km/h um das Zentrum der Milchstrasse. Die Sonne enthält 99,85 % der ganzen Masse des Sonnensystems. Die Planeten, die aus derselben Scheibe aus Material kondensierten, aus dem auch die Sonne entstand, umfassen nur 0,135 % der Masse des Systems. Jupiter umfasst mehr als doppelt soviel Masse als alle anderen Planeten zusammen. Die Satelliten der Planeten, die Zwergplaneten, die Kometen, die Asteroiden, die Meteoriden und das interplanetarische Medium machen die restlichen 0,015 % aus. Das Systems hat einen Durchmesser von ca. 9 Mia. km (mit Neptun als äußersten Planeten). Unsere Sonne befindet sich in der Mitte ihres Lebens und wird in 4 bis 5 Mia. Jahren in einem Feuersturm, der auch alles Leben auf der Erde vernichtet, absterben. Unser Sonnensystem ist Teil einer Spiralgalaxis namens Milchstrasse und wir befinden uns zwischen den äußeren Teilen von Spiralarmen (ca. 27 x 1016 km in der Längsausdehnung vom Zentrum entfernt). Die Milchstrasse hat wiederum 100 Milliarden von Sternen und eine gesamte Längenausdehnung von 1018 km = 100.000 Lichtjahren (Lj). (1 Lj  entspricht ca. 9,5 Billionen = 9,5 x 1012. Km). Die größte Breite beträgt ca. 10.000 Lj.

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Unsere kosmische Heimat, die Galaxis "Milchstrasse",  ist keineswegs nur eine flache Sternenscheibe, die isoliert durch das All treibt. Sie weist vielmehr eine komplexe Struktur auf und verleibt sich ständig neues Material aus dem intergalaktischen Raum ein. Pro Jahr entsteht im Durchschnitt in der Milchstrasse eine neue Sonne. Die ältesten Sterne unserer Galaxis finden sich in dem von Kugelsternhaufen bevölkerten Halo, die jüngsten in der "Dünnen Scheibe". Der Nachweis der fünf Spiralarme - den fünften Arm entdeckten Astronomen erst Anfang 2004 - war ein schwieriges Unterfangen, da wir uns nicht von außerhalb der Galaxis beobachten können: Er gelang erst durch die Entwicklung neuer Methoden, Molekülwolken und junge, heiße Sonnen zu orten.

Objekte können aber auch eine Galaxie wieder verlassen. Astronomen des Smithsonian Center for Astrophysics haben erstmals einen Stern entdeckt, der unsere Milchstraße verlässt. Seine unglaubliche Geschwindigkeit von über 2,4 Millionen Kilometer pro Stunde bekam der Stern wahrscheinlich vom zentralen Schwarzen Loch der Milchstraße mit auf den Weg, das den Stern vom Zentrum weg katapultierte, denn nur die starke Gravitation eines sehr massiven Schwarzen Lochs kann nach bisheriger Erkenntnis einen Stern aus der Galaxie treiben.  Während die Geschwindigkeit einen Hinweis auf seine Herkunft gibt, gibt seine Flugbahn einen weiteren Hinweis. Der Stern scheint auf fast direktem Weg aus der Galaxie zu fliegen. Seine Zusammensetzung und sein Alter liefern weitere Hinweise auf die Herkunft. Der Stern enthält viele Elemente die schwerer sind als Wasserstoff und Helium, von Astronomen generell als Metalle bezeichnet. Da es sich um einen metallreichen Stern handelt  wird angenommen, dass der Stern aus einer Region kommt, in der Sterne entstehen, wie etwa im Zentrum der Galaxie. Weniger als 80 Millionen Jahre waren notwendig um seine jetzige Position zu erreichen. Das stimmt mit den Schätzungen über das Alter des schnellen Sterns überein. Der „Ausgestoßene“ bewegt sich mit zweifacher galaktischer Fluchtgeschwindigkeit, die Schwerkraft der Milchstraße kann ihn also nicht davon abhalten, in den sternlosen intergalaktischen Raum zu rasen.  

Auch von den Galaxien gibt es schätzungsweise einige Hundertmilliarden, zusammengefasst in Lokalen Galaxienhaufen (Durchmesser einige Millionen Lichtjahre, Grosse Galaxienhaufen (Durchmesser mehrere Mia. Lj.) und Riesenhaufen (deren Größe wir uns nicht mehr vorstellen können). Man spricht von einer vierdimensionalen, noch nicht endgültig erforschten, sich in Ausdehnung befindlichen Raum - Zeit - Welt, deren astronomisch zugänglicher Teil einen Radius von 1023 km besitzt. Das mit heutigen Mitteln sichtbare Weltall, d.h. die am meisten entfernten wahrnehmbaren Galaxien, liegen in einer Entfernung von 10-20 Mia. Lj. in allen Richtungen von uns aus gesehen. (Fotografiert wurden Objekte in einer Entfernung von 10 Mia Lichtjahren). Geschätztes Alter des Weltalls: 13,7 Mia. Jahre, vom Urknall, dem Beginn des Weltalls an gerechnet.

Nun fragen sich viele, wie ein vernünftiger Mensch auf die verrückt erscheinende Idee kommen kann, dass das gesamte Universum vor langer Zeit in einem unvorstellbar kleinen Bereich - kleiner als ein Atom - konzentriert war, um sich dann in einem "Urknall" explosionsartig auszubreiten. Die Antwort ist einfach: Weil es für diese Idee sehr überzeugende Argumente und Beweise gibt, die deutlich machen, dass es eigentlich gar nicht anders gewesen sein kann.

Die drei Säulen der Urknalltheorie seien genannt, jeder Interessierte kann sie weiterverfolgen: (z. B. http://map.gsfc.nasa.gov/index.html)

1. Expansion des Universums (durch Beobachtungen an vielen Galaxien und Rotverschiebung des Lichtspektrums belegt)

2. Kosmische Hintergrundstrahlung, das "Echo" des Urknalls (Nachglühen des Anfangszustandes, lange vorausgesagt und inzwischen aufgenommen; Gleichförmigkeit der Mikrowellen bei gleicher Strahlungstemperatur. ("Map"-Aufnahme (Microwave anisotropy probe) siehe unten).

3. Häufigkeit der chemischen Elemente im Weltall und Zusammensetzung der Sterne (Wasserstoff, Helium und Lithium konnten nur bei extremen Temperaturen kurz nach dem Urknall gebildet werden)

 

Von http://map.gsfc.nasa.gov/index.html

 

 

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Merke: "Eine Weltordnung, die der Mensch begriffe, würde ihm unerträglicher sein als diese, die er nicht begreift. Das Geheimnis ist seine eigentliche Lebensquelle, mit seinen Augen will er etwas sehen, aber nicht alles; sieht er alles, so meint er, er sieht nichts".

(Friedrich Hebbel, dt. Schriftsteller & Dichter, 1813-1863)

 

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