Die Evolution"Es ist für mich ebenso leicht, zu glauben, dass das Weltall sich selber geschaffen hat, als dass ein Schöpfer des Weltalls sich selber schuf, nein vielleicht sogar leichter, denn das Weltall existiert in sichtbarer Form und schafft sich selbst im Fortschreiten ständig neu, während ein Schöpfer dieses Weltalls eine Hypothese ist".
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Lfd. Nr. |
Mio. Jahre |
Hominiden-Typus |
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1 |
5,2 |
Ardipithecus ramidus kadabba |
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2 |
4,4 |
Ardipithecus ramidus |
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3 |
4,2-3,9 |
Australopithecus anamensis |
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4 |
3,9-3,0 |
Australopithecus afarensis (Lucy) |
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5 |
3,0-2,0 |
Australopithecus africanus |
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6 |
2,5-1,8 | Australopithecus rudolfensis |
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7 |
2,6-2,3 |
Australopithecus aethiopicus |
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8 |
2,1-1,1 |
Australopithecus boisei |
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9 |
2,0-1,5 |
Australopithecus robustus |
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10 |
2,4-1,5 |
Homo habilis |
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11 |
1,8-0,3 |
Homo erectus (siehe Beitrag unten) |
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12 |
0,5-0,1 |
Archaischer Homo sapiens sapiens |
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13 |
0,2-0,1 |
Homo sapiens neandertalensis |
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14 |
Ab 0,04 |
Moderner Homo sapiens sapiens |
Nr. 10: Funde von primitiven Werkzeugen bei den Skeletten; Möglichkeit rudimentärer Sprache
Nr. 11: Gebrauch von Feuer und Steinwerkzeugen.
Nr. 13: Zusätzlich: Beisetzung der Toten in Höhlen mit Grabbeigaben (Ritzzeichnungen). Gute Großwildjäger.
Nr. 14: Ab ca. 40.000 v. Chr.: Hochentwickelte Werkzeuge, Höhlenmalereien, Plastiken, Musikinstrumente, Öllampen, später Pfeil und Bogen.


Folgende Kriterien waren bei der Beurteilung der Hominiden ausschlaggebend:
Zweibeinigkeit, aufrechter Gang, / Bau der Becken, -Bein- und Armknochen, / Gebiss: Größe der Zähne, / Kopf und Gehirn: - Form und Größe, / Gebrauch von Werkzeugen, Feuer und Entwicklung von Kunstgegenständen.
Beispiel Bewegungsapparat
Der menschliche "Bewegungsapparat" ist gutes Beispiel für die Evolution. In den afrikanischen Steppen hatten unsere Vorfahren die Wahl, entweder zu wachsen (was einen enorm höheren Nahrungsbedarf bedeutet hätte) oder den aufrechten Gang zu "lernen". Denn um vor Räubern einigermaßen sicher zu sein, mussten sie über das hohe Steppengras sehen können. Der aufrechte Gang ist an sich ineffektiv (das tut ja auch sonst kein Säugetier), weil man instabiler steht, als auf 4 Beinen, etc. Der Nebeneffekt des aufrechten Ganges aber war, dass die Hände "frei" waren, was zu einer im Tierreich nie dagewesenen Nutzung von Werkzeug führte. Und damit zu der Anforderung, das Denkorgan zu verbessern, um die Werkzeugnutzung zu perfektionieren. Das führte nach einigen Millionen Jahren zum intelligenten Menschen.
Der grundlegende Begriff der Selektion bezieht sich auf mehrere Phänomene:
Organismen interagieren mit ihrer unbelebten Umwelt.
Organismen verschiedener Arten interagieren beispielsweise aufgrund von Nahrungskonkurrenz oder in Form von Räuber-Beute-Beziehungen, als Parasit und Wirt oder als Symbiose miteinander. Jede Form der Interaktion kann sich auf die Entwicklung der Art auswirken.
Organismen der gleichen Art interagieren ebenfalls miteinander, zum Beispiel bei der Konkurrenz um Reviere, der Wahl von Fortpflanzungspartnern oder beim Ringen um soziale Rangordnungen etc.
Flexible Populationen
Im amerikanischen See Lake Washington verschiebt sich in der Stichlingpopulation das Verhältnis zwischen Individuen, die wehrhafte Panzerplatten tragen und solchen ohne diese „Rüstung“. Die Fische erlangen so eine Eigenschaft wieder, die sie wegen der starken Verschmutzung des Wassers verloren hatten.
Bis in die 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts flossen riesige Mengen Abwasser in den See und überdüngten ihn. Die Trübung durch das Abwasser und starkes Algenwachstum verschlechterten die Sichtverhältnisse bis auf gut 70 Zentimeter. Dreistachlige Stichlinge (Gasterosteus aculeatus), die sich üblicherweise von Fressfeinden, zum Beispiel Forellen, verfolgt sehen, konnten sich nun viel besser verstecken.
In der Folge verloren sie die Knochenplatten, die sogenannten Schilde, die sie statt Schuppen als Schutz auf der Haut tragen. Ende der 60er-Jahre wiesen nur noch sechs Prozent der Fische die Knochenplatten auf. Als man damit begann, das Wasser des Sees zu reinigen, verbesserte sich die Sicht allmählich – zunächst auf etwa 3,5 Meter, später sogar bis auf 7,5 Meter. Bei einer Untersuchung der Stichlinge stellten amerikanische Biologen fest, dass mittlerweile 49 Prozent der Fische wieder komplett und 35 Prozent zum Teil von Knochenplatten überzogen sind.
In der natürlichen Stichlingpopulation kommen sowohl komplett beschildete und teilweise beschildete als auch schildlose Formen vor. Stichlinge, die kaum Knochenplatten aufweisen, leben ausschließlich im Süßwasser. Diejenigen mit vielen Knochenplatten sind marine Wanderformen. Da die Population im Lake Washington sowohl Gene von Süß- als auch Salzwasser-Formen trägt, ist sie flexibel genug, um sich an die drastisch veränderten Umweltbedingungen anzupassen.
Viele Übergänge im Laufe der Evolution sind bereits gut durch Fossilfunde oder gar durch noch lebende Arten dokumentiert. Erst kürzlich wurde Tiktaalik vorgestellt, der Fisch, der an Land ging. Bei ihm sind anatomische Anlagen für wesentliche Merkmale von Landwirbeltieren vorhanden.
Das Schnabeltier ist ein Beleg für den Übergang der Reptilien zu den Säugetieren. Die Weibchen legen noch Eier, produzieren aber auch schon Milch, die die Jungen direkt von der Bauchdecke lecken. Zitzen haben Schnabeltiere noch nicht. Die Männchen hingegen produzieren ein Gift, das sie bei der Verteidigung mit ihrem Stachel an der Schwanzwurzel einsetzen und das dem von Reptilien ähnelt. Auch im DNA-Code zeigt sich die Verwandtschaft des kuriosen Tieres sowohl mit Reptilien als auch mit Säugetieren.
Rätselhafte Entwicklung des Homo sapiens
Die Säugetiere, die sich zunächst an Land entwickelten, eroberten sich anschließend auch das Meer als Lebensraum zurück. Dieser Übergang ist mittlerweile durch Fossilfunde und Genanalysen ebenso gut belegt wie die Entwicklung der Vögel aus Sauriern.
Bei der Evolution des Menschen und der Entstehung des Homo sapiens liegt noch vieles im Dunkeln. Anhand von Fossilfunden können Wissenschaftler derzeit noch keine eindeutige lineare Kette der zirka vier Millionen Jahre dauernden Entwicklungsgeschichte rekonstruieren. Vieles ist derzeit noch Spekulation. Die Paläoanthropologie bleibt mit Sicherheit noch lange eines der spannendsten Forschungsfelder.
(FOCUS) Online 01.12.2008
Ein kritischer Beitrag zur menschlichen Evolution
Homo erectus zeigt sich als variationsbreite Art
Von Andreas Jahn
Für den niederländischen Arzt Eugène Dubois war die damalige Kolonie Niederländisch-Indien, das heutige Indonesien, der Inbegriff der Primitivität - und damit ideal. Hier sollte sich der von Ernst Haeckel vorausgesagte "Affenmensch"
Pithecanthropus finden lassen. Und tatsächlich: 1891 grub Dubois in der Region Trinil auf der Insel Java eine menschliche Schädeldecke aus, für die er als Artnamen Pithecanthropus erectus vorschlug - zu deutsch: "aufrechter
Affenmensch".
Fast vierzig Jahre später tauchten in einem Höhlenkomplex bei Peking weitere menschliche Überreste aus längst vergangenen Zeiten auf - zunächst nur ein paar Zähne, doch bis 1937 auch mehrere Schädel. Für den kanadischen
Anatom Davidson Black genügten schon die ersten drei gefundenen Zähne, um eine neue Hominidenart zu kreieren: Sinanthropus pekinensis, der "Pekingmensch".
Nach und nach gerieten in Asien - und später auch in Europa - neue alte Knochen ans Tageslicht, die Zweifel an den bisherigen Artbeschreibungen weckten. In den 1950er Jahren schlug daher Ernst Mayr vor, den Javamenschen
und den Pekingmenschen derselben Art zuzuordnen - und zwar innerhalb unserer eigenen Gattung Homo. Inzwischen hat sich diese Ansicht durchgesetzt: Dubois" Fund gilt heute als Typusexemplar für die Hominidenart Homo erectus.
Der "aufrechte Mensch" - der längst nicht der erste Hominide war, der auf zwei Beinen lief - erwies sich als wahres Erfolgsmodell der menschlichen Evolution. Er tauchte vor mindestens anderthalb, wenn nicht vor zwei Millionen
Jahren auf und eroberte bis zu seinem Verschwinden vor vielleicht 500 000 Jahren fast die gesamte Erde. Nur in Afrika, wo er höchst wahrscheinlich herkam, sind die Nachweise seiner Existenz rar. Afrikanische Fossilfunde,
die Homo erectus ähneln, werden von den meisten Anthropologen als zwar nahe verwandte, doch eigene Art namens Homo ergaster angesehen.
Doch im Sommer 2003 stieß in Kenia das Grabungsteam um den Paläontologen Richard Potts vom Washingtoner Naturgeschichtlichen Museum der Smithsonian Institution auf die Überreste eines fast eine Million
Jahre alten menschlichen Schädels. Die Untersuchungen ergaben, dass KNM-OL 45500 - wie die Wissenschaftler ihren Fund bezeichneten - zur Art Homo erectus gehört haben muss.
Das allein könnte schon die wissenschaftliche Neugier befriedigen. Schließlich wäre es der erste Hominidenfund von der Grabungsstelle Olorgesailie, bei der seit 1942 zwar schon etliche menschliche Artefakte, aber noch keine
menschlichen Knochen aufgetaucht sind. Die bisherigen Funde, vor allem Steinäxte, gehören zum Acheuléen, der Kulturstufe der Altsteinzeit, die vor etwa 1,5 Millionen Jahren in Afrika begann und bis vor 100 000 Jahren andauerte.
Für noch interessanter halten jedoch die Forscher die Größe des Schädels - oder besser gesagt: seine Kleinheit. Auf Grund anatomischer Merkmale schließen Potts und seine Kollegen, dass KNM-OL 45500 erwachsen, oder zumindest
fast ausgewachsen war. Die Steinwerkzeuge von Olorgesailie müssen nach Ansicht der Anthropologen jedoch von größeren Individuen angefertigt worden sein. Die Schlussfolgerung: Hier lebten große und kleine Individuen zusammen;
Homo erectus zeigt sich damit als morphologisch variables Wesen.
Und damit offenbart sich das große Problem der Anthropologen: Ihre Artbeschreibungen basieren auf äußerst spärlichen Funden, und wenn Individuen derselben Art unterschiedlich aussehen, können sie schnell zu neuen Arten deklariert
werden. Schließlich ist die Verlockung groß, sich in der Wissenschaft durch die Beschreibung einer neuen Art oder gar Gattung ein Denkmal zu setzen. Es tauchen daher immer wieder neue Artbeschreibungen auf, die dann sogleich
von den Kollegen heftigst angegriffen werden. So zählen manche Anthropologen auch die Spezies Homo ergaster, Homo antecessor und Homo heidelbergensis zu Homo erectus.
Wer oder was war nun Homo erectus? Eine klar definierte Art oder, wie es Jeffrey Schwartz von der Universität Pittsburgh zuspitzt, "eher ein historischer Unfall als eine biologische Realität"?
Nur neue Funde könnten den Streit um den "aufrechten Menschen" etwas entschärfen. (Anm.: Was jedoch zu keinen Zweifeln an seiner Existenz Anlass gibt).
Die Zeit, spektrumdirekt / Quelle: Science 305: 75-78 (2004)




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Afarensis Africanus Rudolfensis Aethiopicus
Boisei Erectus Neandertalensis Sapiens sapiens




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Merke: Wir brauchen Gott nicht, um das Universum zu erklären, so wie wir es heute sehen. Denn wir können diese Werte mit derselben Gewissheit angeben, mit der wir unsere Körpergröße kennen, weil wir die Gesetze der Physik, der Mathematik, der Chemie und der Biologie anwenden können.
(Der amerikanische Astrophysiker, Jesuitenpater GEORGE V. COYNE, ehemaliger Leiter des Observatoriums im Vatikan).
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